Arbeit am Bildungsverständnis – Das Bildungskonzept der AGRU

Das Bildungsverständnis der initiierenden Gruppen und Akteure im Umfeld des Dialog-Vostok-Netzwerkes war von Anfang an in Entwicklung und kann heute rückblickend als prozessual und reflexiv verstanden werden. Dabei war ‒ und ist ‒ die Suche nach Wegen zu einer nichthierarchischen Kommunikation und partizipativer kollektiver Bildung von besonderer Bedeutung. Leitidee ist eine Projektorientierung und die Verbindung von kritischer Theorie-Debatte mit linker, feministischer, ökologischer Praxis.

Seit dem 2. Vostok Forum wurden alle Veranstaltungen, auch die des Dialogs der Kulturen, umfassend dokumentiert, nachbereitet und kollektiv von den Teilnehmer_innen und Organisator_innen in Russland und Deutschland evaluiert. Im Verlauf der langjährigen Kooperationen wurde zudem verstärkt der Versuch einer gemeinsamen und gleichberechtigten Konzipierung, Planung und Koordination aller durchzuführenden Projekte versucht, um Beteiligungsmöglichkeiten aller involvierten Akteure zu schaffen und hierarchische Verhältnisse bereits in der Vorbereitungsphase zu minimieren. Vor allem die Auswahl der Themen, Teilnehmer_innen und methodischen Ansätze wurden in einer gemeinsamen internationalen Arbeitsgruppe im Vorfeld besprochen und ausgewählt. Dabei und im Rahmen des Vostok Forums selbst wurde das Bildungsverständnis immer wieder diskutiert. »Bildung« war schließlich Kernthema der Vostok Foren 2008 und 2009. Ein wichtiger und in der Konsequenz sehr produktiver externer Anstoß zur Diskussion bildete die Infragestellung der Verbindung von Kunst und politischer Bildung unter dem Gesichtspunkt der Förderkriterien des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

Der Zusammenhang zwischen inhaltlichem Anspruch und Methode wird von den Akteur_innen des Dialog-Vostok-Netzwerkes als wesentlich betrachtet, ebenso wie die umfassende Partizipation aller Teilnehmenden sowie die Thematisierung von Geschlechterverhältnissen. Eine Arbeitsgruppe der AG Russland hat 2008 in einem Konzeptpapier folgende inhaltlichen Kriterien linker politischer Bildung hervorgehoben:

  • Kritik an Ungleichheitsverhältnissen
  • emanzipatorischer Ansatz
  • gesellschaftliche Veränderung
  • Abgrenzung von Neoliberalismus, Kommerzialisierung und Verwertungslogik
  • partizipatives Demokratieverständnis
  • Orientierung am Freiraumgedanken

Sowohl im Rahmen kommender Veranstaltungen als auch im Rahmen der aus dem Dialog-Vostok-Netzwerk entstandenen internationalen Methodengruppe befinden sich die Ansätze in permanenter Diskussion, Entwicklung und Erprobung.

 

Arbeit am Bildungsverständnis – Das Bildungskonzept der AGRU

Begriff der politischen Bildung

Entstehungsprozess einer neuen Methodik

Sotvorchestvo

Der Prozess